04.08.2012, News

Interview der Saarbrücker Zeitung mit Steffen Ecker

Interview von Marcus Septimus SZ. (Veröffentlicht am 02.08.2012)

Sie haben stolze acht Vorbereitungsspiele angesetzt, ehe am 8. September gegen Mundenheim die neue RPS-Oberliga-Saison beginnt. Ist das nicht etwas zu viel des Guten?

Steffen Ecker: Es sind sogar mehr als acht Spiele. Höhepunkt ist sicher ein hochkarätig besetztes, dreitägiges Turnier im luxemburgischen Berchem, was eine Woche vor Saisonbeginn ein echter Härtetest sein wird. Ansonsten sind die Spiele enorm wichtig, um die neuen Spieler unter Wettkampfbedingungen zu integrieren.

Die Saisonvorbereitung ist bereits in der vierten Woche. Wie sieht die lange Vorbereitung der Illtaler Zebras schwerpunktmäßig aus?

Ecker: Die Vorbereitung läuft nach den klassischen Prinzipien, kombiniert mit neueren, "modernen" Erkenntnissen. In einem ersten Teil wurden die konditionellen Voraussetzungen gelegt, während in einem zweiten Teil taktische Inhalte im Vordergrund stehen.

Die HFI können hinter der HG Saarlouis nunmehr als die Nummer zwei des saarländischen Handballs gelten - oder sehen Sie das anders?

Ecker: Diesen Status teilen wir uns weiterhin mit allen anderen saarländischen Vertretern in der Oberliga RPS. Man darf auch den Erfolg des SV 64 Zweibrücken nicht vergessen, die als zukünftiger Drittligist die tatsächliche "Nummer zwei" im Handballverband Saar sind.

Im Kader für die neue Saison tauchen sechs neue Namen auf; vom zweitligaerfahrenen Daniel Altmeyer bis hin zum Homburger Jugendspieler Philipp Daume. Ein paar skizzierende Worte zu den Neuzugängen?

Ecker: Wir haben uns sowohl in der Breite als auch in der Spitze verstärkt, ohne einzelne Spieler hervorzuheben. Nach den Erfahrungen der vergangenen Saison war es wichtig, dass die Neuzugänge auch charakterlich schnell integriert werden können. Ich denke, in diesem Bereich sind wir auf einem guten Weg - nicht mehr und nicht weniger.

Welcher Abgang tut der Mannschaft am meisten weh?

Ecker: Die Neuzugänge werden die Abgänge hoffentlich mehr als ersetzen. Mir persönlich wird der Austausch mit Marcel Liebetrau in seiner Rolle als Führungsspieler und Handballfachmann fehlen. Aber auch hier werden andere Spieler nachrücken und mehr Verantwortung übernehmen.

Haben die HF Illtal mit den Verpflichtungen von Sven-Malte Hoffmann und Daniel Altmeyer nun ein Signal in Richtung Aufstiegskampf gesetzt?

Ecker: Wer nach den vergangenen Spielzeiten und dem alljährlichen Abstiegskampf bis zur letzten Minute jetzt von Aufstieg redet, kann die Leistungsstärke der Liga nicht realistisch einschätzen. Unser Ziel muss es sein, das Potenzial der Einzelspieler so zu nutzen, dass wir ein leistungsstarkes Team bilden, welches Woche für Woche um Siege kämpfen kann und wird - unabhängig vom Tabellenplatz.

Die Liga ist wieder 16 Mannschaften stark. Welches Team wird Ihrer Ansicht nach dominieren und welches zur Schießbude der Liga?

Ecker: Ich denke, der größte Druck lastet auf der TSG Haßloch, die meiner Meinung nach aufsteigen muss. Dahinter werden sich die üblichen, etablierten Teams in der Spitzengruppe positionieren. Ein breites Mittelfeld wird auch in der kommenden Saison für einen spannenden Abstiegskampf sorgen.

Gehören die HF Illtal zu diesen üblichen, etablierten Mannschaften?

Ecker: Sicherlich gehört Illtal zu diesen Teams. Aber auch hier erinnere ich an die Saisonverläufe der vergangenen Jahre, an denen man sieht, dass vergangene Erfolge im aktuellen Wettkampf keinen Wert haben. Wir werden versuchen, uns mehr auf diese jeweiligen aktuellen Herausforderungen vorzubereiten, anstatt wöchentlich den Blick auf die Tabelle zu richten. Wohlwissend, dass der sportliche Erfolg von vielen Faktoren abhängig ist, lasse ich mich weiterhin daran messen, wie meine Mannschaft Handball spielt.

Herr Ecker, Sie haben die HFI im Januar, mitten in der laufenden Saison, übernommen. Nun läuft auch für Sie persönlich die erste Saisonvorbreitung als Trainer einer ambitionierten Herrenmannschaft. Wie fühlen Sie sich damit?

Ecker: Wie ich mich fühle, ist stark abhängig von den Leistungen meiner Spieler im Training und im Spiel. Hinzu kommt, dass die verantwortlichen Personen mit großem Engagement dazu beitragen, dass wir als Gesamtverein gut dastehen. Auch dieser Punkt ist mir wichtig.

Hat es da in jüngster Vergangenheit Spannungen gegeben?

Ecker: Nein, meines Wissens nicht. Es geht vielmehr darum, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Und was noch wichtiger ist, weiterhin intensiv an einer Verbesserung unseres Jugendkonzepts und an der Zusammenarbeit der aktiven Trainer zu arbeiten. Hier wurden zuletzt sicherlich die richtigen Schritte eingeleitet.

Wenn Sie einen Fußballverein trainieren dürften beziehungsweise sollten - welcher wäre Ihnen dann am liebsten?

Ecker: Unabhängig vom Verein schätze ich die Arbeit von Jürgen Klopp, der scheinbar die perfekte Mischung aus hoher Fachkompetenz und Führungsstil gefunden hat.

Wollen Sie sich auf keinen Fußballverein festlegen, weil man Sie dann in eine Schublade stecken könnte - oder weil Ihr Vereinsvorsitzender Erich Hinsberger bekennender Schalke-Fan ist?

Ecker: Es ist kein Geheimnis, dass mein Herz für Kaiserslautern schlägt. Nur ob ich den FCK auch trainieren wollen würde . . .

Beruflich sind Sie als Lehrer tätig und sind stellvertretender Leiter des saarländischen Krankenhaus- und Hausunterrichts. Sind Pädagogen die besseren Mannschaftstrainer?

Ecker: Nein, es gibt genügend Beispiele, die das Gegenteil belegen.

Interview von Marcus Septimus SZ. (Veröffentlicht am 02.08.2012)


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