05.01.2013, News

Junge Zebras sammeln Erfahrung in Frankreich

Erste internationale Handballerfahrung konnten die D-Jugend und die C1 Mannschaft der JSG HF Illtal am Donnerstag in Frankreich sammeln. Der Verein Bouzonville Handball hatte eingeladen und so bewegte sich am Donnerstagnachmittag ein Korso von 10 Fahrzeugen durch dichten Nebel die 50 km von Uchtelfangen in das lothringische Bouzonville.
Zustande gekommen war dieses erste freundschaftliche Treffen beider Handballvereine durch den deutschen Spieler Frederic Landwehr, dessen Stammverein die JSG HF Illtal ist, der aber diese Saison mit der U16-Mannschaft von Bouzonville in der lothringischen Oberliga (élite) spielt.

Jugendhandballspiele zwischen deutschen und französischen Mannschaften bedürfen im Vorfeld vieler Absprachen, da die Organisation von Jugendhandball der beiden nationalen Handballverbände vollkommen unterschiedlich ist. Das geht schon los mit der Zusammefassung von Jahrgängen in den einzelnen Jugendklassen. So setzt sich beispielsweise die französische U16 Mannschaft aus Spielern der Jahrgänge 1997 und 1998 zusammen, wohingegen die deutsche C-Jugend aus Spielern der Jahrgänge 1998 und 1999 besteht. Mit anderen Worten: Eine der beiden Mannschaften ist im Schnitt ein Jahr jünger, was im allgemeinen die Bereitschaft zu länderübergreifenden Vergleichsspielen oder Turnieren stark beeinträchtigt. Aber auch andere Faktoren wie Spieldauer, Pausenregelung und Anzahl der Spieler auf dem Feld sind in beiden Ländern unterschiedlich. Dazu später mehr.

Die JSG HF Illtal hat sich gleich zu Anfang des Jahres vorgenommen, den von der Saarländischen Landesregierung initiierten Slogan „Frankreichjahr 2013“ auf die Fahnen zu schreiben und so wurden für den 03.Januar 2013 zwei Jugend Freundschaftsspiele in Bouzonville abgemacht:
U16 Bouzonville – C1 Illtal
U14 Bouzonville – D-Jugend Illtal
Beide deutsche Mannschaften waren im Schnitt ein Jahr jünger als die Franzosen.

Zahlreiche Eltern und Geschwisterkinder begleiteten die beiden saarländischen Mannschaften nach Bouzonville und sorgten im Gymnase Norbert Noël fast schon für eine Heimathmosphäre für die Illtaler Zebras. Vielen Dank an die Adresse der Eltern: Ihr wart klasse. Besonderer Dank gilt auch den beiden Betreurn der Illtaler Mannschaften, Katrin Liedtke und Volker Baus, die im Vofeld der Begegnungen den Weg auf deutscher Seite ebneten.
Nach dem Warmspielen, den obligatorischen Photosessions bei derartigen Anlässen und den Begrüßungsworten vom Präsidenten von Bouzonville Handball, Christian Mathis, konnte es dann mit dem 1. Spiel U16 Bouzonville – C1 Illtal endlich losgehen. Gespielt wurde nach dem französischen Prinzip in dieser Altersklasse, d.h. 3 X 20 min mit jeweils 5 min Pause nach Drittelende. Die Heimmannschaft wurde betreut von Céline Mathis und die Gastmannschaft von Trainer Dirk Schmeer. Schiedsrichter war Christian Mathis.
Das Spiel war anfangs ausgeglichen, wobei die Franzosen immer zuerst ein Tor vorlegten. Mitte des ersten Drittels konnte sich Bouzonville durch Tempogegenstöße und durch einige unpräzise Torwürfe seitens der C1 absetzen. Dieses Drittel ging mit 20 : 10 an die Franzosen. Auch das 2. Drittel konnte Bouzonville für sich entscheiden, wenn auch nur knapp. Der Starspieler der Franzosen, Louis Jolivalt, wurde in Manndeckung genommen und kam nicht mehr so häufig zum Abschluss. Am Ende des 2. Drittels stand es 34 :23 für die Heimmannschaft. Das letzte Drittel konnte die Illtaler C1 mit 18 : 13 für sich entscheiden, es reichte aber nicht mehr zu einem Sieg oder zu einer Punkteteilung. Bouzonville siegte verdient mit 47 zu 41.

Vor dem 2.Spiel, U14 Bouzonville gegen D-Jugend Illtal waren schon mehr Absprachen nötig, da sich das französische Spielsystem in dieser Altersklasse stark vom deutschen unterscheidet. Gespielt wurde 3 X 15 min, wobei im ersten Spieldrittel mit 6 Feldspielern und einer 2-Zonen Abwehr (mindestens 2 Spieler vor der 9 m Linie) gespielt wurde. Das 2. Drittel wurde dann mit 5 Feldspielern und einer 2-Zonen Abwehr (mindestens 1 Spieler vor der 9 m Linie) absolviert und das letzte Drittel dann wiederum mit 6 Feldspielern, aber ohne Zwang zur 2-Zonen Abwehr. In diesem Drittel darf also 6-0 oder Manndeckung oder 2-Zonen Abwehr gespielt werden, je nach Gusto.
Betreuerin Céline Mathis der U14 sowie Trainer Uwe Münster der D-Jugend brauchten verständlicherweise schon so einige Zeit, bis der komplizierte Spielmodus in trockenen Tüchern war. Geleitet wurde dieses Spiel von den Jugendschiedsrichtern Louis Jolivalt und Thomas Mathis.
Zum Spielverlauf: Die Franzosen legten gleich los wie die Feuerwehr und führten schnell mit mehreren Toren. Die Illtaler hingegen zeigten vor dem gegnerischen Tor Nerven und schlossen häufig überhastet ab, hinzu kam eine herausragende Leistung des Torwarts von Bouzonville. Gegen Ende des Drittels kämpften sich die Saarländer aber wieder heran, so dass dieses Drittel mit 11 zu 8 an die Franzosen ging. Im zweiten Drittel durfte jede Mannschaft nur mit 5 Feldspielern agieren, womit die Illtaler Jungs nicht so gut klar kamen. Dieses Drittel ging mit 6 zu 3 an die Franzosen. Auch im letzten Drittel zeigte sich die Mannschaft von Bouzonville überlegen, was dann zum Endstand von 24 zu 15 für die Heimmannschaft führte. Das eine Jahr Altersunterschied sowie das ungewohnte Spielsystem machten sich deutlich bemerkbar.
Mit anderen Worten: Die Illtaler waren gute Gäste, haben alle Punkte in Bouzonville gelassen und dürfen wiederkommen.

Nach den beiden Begegnungen wurde, wie in Frankreich üblich, zum gemütlichen Teil übergegangen: Die Heimmannschaft versorgt alle Spieler in einem seperaten Raum mit Getränken sowie Kuchen und so haben auch die Eltern beider Mannschaften Gelegenheit zum ungezwungenen Plausch. Diese Sitte nimmt viel Luft und Agressivität aus der angespannten und manchmal überhitzten Atmosphäre eines spannenden Spiels. Auch bei diesem Teil haben sich die französischen Gastgeber so richtig ins Zeug gelegt und die Saarländer bestens versorgt. Wir möchten uns an dieser Stelle bei der Vereinsführung von Bouzonville Handball für die perfekte Organisation und Durchführung herzlich bedanken.

Was können die Illtaler Spieler nun aus ihrem ersten „Länderspiel“ mitnehmen? Der Spielablauf ist anders, teilweise gravierend anders, die Jahrgangszusammensetzung ist nicht die gleiche, nach einem Spiel wird man bestens versorgt und nicht zuletzt ist die Sprache des Nachbarn ist doch recht ungewohnt. Hier haben auch einige der Schüler zaghafte Versuche unternommen, Gelerntes an den Mann zu bringen – und das mit Erfolg.

Nun ist es geplant, dass die beiden französischen Mannschaften ihren Gegenbesuch bei der JSG HF Illtal abstatten, was aber aufgrund der nationalen Gepflogenheiten auch nicht so einfach ist: Die französischen Schüler gehen nachmittags bedeutend länger zur Schule, die französischen Eltern arbeiten nachmittags/abends länger und selbst die nächsten Ferien sind nicht deckungsgleich, da die 2-wöchigen lothringischen Winterferien später stattfinden als die eine Woche Faschingsferien im Saarland. Wenn diese Hürde aber erstmal genommen ist, werden wir versuchen, uns bei regelmäßigen Treffen mit den französischen Nachbarn zu messen.



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